Neugierig auf die Chapada Diamantina in Brasilien? Von der Gründung des Nationalparks bis zu seinen Höhlen, Wasserfällen und Trekkingrouten: Hier erfährst du alles Wichtige.
Die Chapada Diamantina in Brasilien ist ein Ziel für Ökotourismus, das Abenteuerlustige aus aller Welt anzieht: Berge, Höhlen, Wasserfälle, großartige Wanderwege und mittendrin der Chapada-Diamantina-Nationalpark.
Fakt Nummer eins über den Chapada-Diamantina-Nationalpark: Seine Bedeutung stand schon bei der Gründung 1985 fest, als ein Schutzgebiet für die Serra do Sincorá eingerichtet wurde, einen Gebirgszug im Herzen des Bundesstaates Bahia.

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1. Ein Mann aus Arizona in Brasilien
Klingt ungewöhnlich, aber die Gründung des Chapada-Diamantina-Nationalparks geht auf einen US-Amerikaner aus Arizona zurück. 1977 kam der Biologe Roy Funch mit dem Peace Corps nach Brasilien, einer US-Bundesbehörde, die Freiwillige in Projekte in Entwicklungsländern entsendet.

Über das brasilianische Institut für Forstentwicklung (IBDF), heute Chico-Mendes-Institut für Biodiversitätsschutz (ICMBio), arbeitete er gemeinsam mit anderen Fachleuten am Management von Nationalparks. Die Gruppe war in Brasília stationiert, doch eines Tages reisten sie nach Bahia, um in der Chapada Diamantina trekken zu gehen, damals in Brasilien noch eine ziemlich unbekannte Freizeitbeschäftigung.
Roy war von der Landschaft begeistert, zugleich aber überrascht vom Ausmaß des Bergbaus. Ende der 1970er war die Schürferei zwar schon rückläufig, richtete im Ökosystem aber weiter Schaden an. Etwa zur selben Zeit zog er dauerhaft in die Region und begann als Guide zu arbeiten. Nebenbei übersetzte er wissenschaftliche Artikel, verdiente sein Geld mit Kunsthandwerk, bildete andere Guides aus und schrieb Bücher über die Gegend.
Roy sah, wie viel Potenzial die Chapada für den Schutz der Natur und für die Wiederbelebung der alten Schürfergemeinden hatte. So kam er auf die Idee, einen Wanderweg von der Stadt Lençóis bis ins Vale do Capão anzulegen, und begann sich für einen Nationalpark einzusetzen. 1979 schickte er den brasilianischen Behörden einen Brief mit seinem Vorschlag und aktivierte alle Kontakte, die er über die Jahre geknüpft hatte und die ihm dabei helfen konnten.
Im September 1985 wurde der Chapada-Diamantina-Nationalpark gegründet, mit Roy Funch als erstem Direktor. Sechs Jahre lang hatte er das Amt inne, kurz darauf wurde er offiziell brasilianischer Staatsbürger. Bis heute lebt er in Lençóis, ganz in der Nähe des Parks.
2. Größer als manches Land
Der Chapada-Diamantina-Nationalpark in Brasilien erstreckt sich über rund 1.521 km² (152.000 Hektar). Damit ist er größer als so mancher Staat: die Färöer (1.393 km²), Hongkong (1.114 km²), Singapur (745 km²), Malta (315 km²) und die Malediven (300 km²).

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3. Der größte schwarze Diamant der Welt
Im 18. und 19. Jahrhundert war die Chapada Diamantina das wichtigste Diamantenrevier der Erde. 1895, gut hundert Jahre bevor der Bergbau endgültig verboten wurde (1996), kam hier der größte schwarze Diamant der Welt ans Licht: 3.167 Karat.

Der Stein bekam den Namen The Sérgio, nach dem Schürfer Sérgio Borges de Oliveira, der ihn gefunden hatte. Verkauft wurde er für mehrere Tausend Dollar an einen britischen Diamantenhändler, der Repliken anfertigen und nach London schicken ließ.
Das Original wurde in Stücke zerteilt und für industrielle Zwecke verkauft. 2024 schickte das Mineralogische Museum in Paris eine Replik nach Brasilien.
4. Früher lag hier ein Meer
Noch ein spannender Fakt über den Chapada-Diamantina-Nationalpark: Vor knapp 2 Milliarden Jahren lag die Region unter dem Espinhaço-Meer.

Klimaveränderungen und die Bewegung der tektonischen Platten haben die Landschaft danach grundlegend umgeformt und tiefe Spalten und Senken hinterlassen, die heute ihre komplexe Geologie ausmachen.
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5. Preisgekröntes Trekkingziel
Das Vale do Pati mitten im Chapada-Diamantina-Nationalpark wurde 2010 vom brasilianischen Tourismusministerium als bestes Trekkingziel des Landes ausgezeichnet.
Ausschlaggebend waren nicht nur die über 70 km Wegstrecke, sondern auch die Landschaft drumherum: Wasserfälle, Höhlen und die heimische Tier- und Pflanzenwelt.
6. Hunderte Wasserfälle
In der Chapada gibt es über 300 offiziell katalogisierte Wasserfälle. Nach langen Kilometern über unebenes Gelände und Bergrücken ist ein Sprung ins kühle Wasser die beste Belohnung für Wanderer.

Alle wirst du auf einer Reise nicht schaffen, die bekanntesten solltest du dir aber nicht entgehen lassen: Fumaça, Fumacinha, Buracão, Cachoeirão, Funil und Mosquito.
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7. Hier kommen Höhlenforscher auf ihre Kosten
Die Gemeinde Iraquara, Teil des Chapada-Diamantina-Komplexes, zählt knapp hundert Höhlen. Darunter sind einige der bekanntesten der Region: die Gruta do Lapa Doce, die Gruta do Pratinha, die Gruta do Torrinha und die Gruta Azul.

Auch in anderen Orten lohnen sich Abstecher: Poço Azul (Nova Redenção), Poço Encantado (Itaetê), Gruta do Lapão (Lençóis) und Gruta da Paixão (Andaraí).
8. Zuhause für viele Tier- und Pflanzenarten
Die Chapada Diamantina in Brasilien bringt die Tier- und Pflanzenwelt von drei Biomen zusammen: Cerrado, Caatinga und Atlantischer Regenwald.

Bei den Tieren fallen vor allem die Vögel auf: Schopfkarakaras, Tagschläfer und der endemische Kolibri Augastes lumachella. Unter den Säugetieren triffst du auf Kleine Ameisenbären, Schwarzpinseläffchen und, mit viel Glück, Pumas.
Genauso vielfältig ist die Flora, allen voran Orchideen, Bromelien und Kakteen. Beim Trekking säumen bunte Blüten die niedrige Vegetation am Wegrand.
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9. Perfekt für Digital Detox
Wenn du komplett vom Tempo der Stadt abschalten willst, ist die Chapada Diamantina in Bahia genau dein Ziel: Der Handyempfang im Park ist bestenfalls lückenhaft und meistens gar nicht vorhanden.

Das ist nicht nur gut für den Digital Detox, sondern lässt dich auch wirklich ankommen. Nach ein paar Tagen merkst du, dass die Natur mehr zurückgibt als endloses Scrollen.
10. Guides sind deine besten Verbündeten
Ohne Guide kommst du an die Geschichte und die Kultur des Chapada-Diamantina-Nationalparks kaum heran.

Die ausgebildeten Profis sind außerdem wichtig für deine Sicherheit: Sie kennen die Region wie ihre Westentasche und wissen genau, welche Gefahren deine Reise verderben könnten.
Wenn du in die Chapada Diamantina reist, halte dich immer an die Anweisungen deines Guides!
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