
Ein Forscher suchte einen seltenen Affen, und am Ende stand eine Lodge, die wirklich auf dem Fluss schwimmt: Hier kommen ein paar Fakten über die Uakari-Lodge, tief im brasilianischen Mamirauá-Reservat
An einem Abschnitt des Solimões nahe Tefé, tief im brasilianischen Amazonas, liegt eine der ungewöhnlichsten Unterkünfte der Region: eine Lodge, komplett auf dem Wasser gebaut. Die Uakari Floating Lodge steht im Mamirauá-Reservat für nachhaltige Entwicklung, einem 1.124.000 Hektar großen Schutzgebiet aus Várzea-Wald (Überschwemmungswald). Mit dem Fluss hebt und senkt sie sich um bis zu 12 Meter im Jahr.
Seit fast drei Jahrzehnten ist die Lodge in Betrieb, eines der frühesten Beispiele im Amazonas für Tourismus in der Hand der Gemeinden. Geführt wird sie von einem staatlichen Forschungsinstitut und den Flussgemeinden, die hier wirklich zu Hause sind. Namensgeber ist der Uakari-Affe, ein auffälliger Waldbewohner mit knallrotem Gesicht.

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1. Die Uakari Floating Lodge gibt es, weil ein Forscher einen seltenen Affen suchte
Der brasilianische Primatologe José Márcio Ayres reiste in den 1980er-Jahren in die Region, um dort gezielt den weißen Uakari zu erforschen, genau das Tier, das der Lodge später ihren Namen gab. Vorgefunden hat er ein Gebiet, das von unkontrollierter Ausbeutung bedroht war.
Weil er das Ökosystem der Region sichern wollte, schlug er 1985 ein Schutzgebiet vor. Aus dieser Initiative entstand die Ökologische Station Mamirauá im Jahr 1986. 1998 kam dann das Instituto Mamirauá dazu, das staatliche Forschungsinstitut, das die Lodge bis heute verwaltet.
Seinen Doktortitel erwarb Ayres in Cambridge mit einer Arbeit über Uakaris und den Überschwemmungswald des Amazonas, gestützt auf Feldforschung nahe Tefé. Die Uakari-Lodge ging direkt aus dieser Forschung hervor: Ab etwa 1998 wuchs sie aus einem schwimmenden Forschungslabor heraus, das das Institut im Reservat betrieb. Seit fast 30 Jahren empfängt sie Gäste und steckt die Einnahmen aus dem Tourismus laufend in Projekte der örtlichen Gemeinden.

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2. Schwimmende Fundamente aus einem der leichtesten Bäume des Amazonas
Die Uakari-Lodge im Amazonas steht nicht auf Stelzen wie die meisten Bauten am Flussufer: Sie schwimmt wirklich.
Die Gebäude ruhen auf massiven Stämmen des Assacu (Hura crepitans), eines heimischen Amazonasbaums, der über 30 Meter hoch wird. Sein Holz ist ungewöhnlich leicht (Dichte etwa 0,36–0,38 g/cm³) und trägt damit ein ganzes Haus auf dem Fluss.
Der Entwurf stammt aus dem Reservat selbst: Forscher des Instituto Mamirauá entwickelten ihn gemeinsam mit AAGEMAM, dem Verband der Guides aus den Flussgemeinden. Traditionelles Wissen der Region über schwimmendes Bauen steckt hier in einer modernen Gästeunterkunft. So entstand eine schwimmende Lodge im Amazonas.

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3. Geführt von einem Forschungsinstitut und der Gemeinde vor Ort
Die Uakari Floating Lodge gehört dem Instituto Mamirauá, das 1999 offiziell als staatliche Forschungseinrichtung gegründet wurde und dem brasilianischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation angegliedert ist.
Im Alltag verwaltet das Institut sie gemeinsam mit AAGEMAM, dem Verband der Flussgemeinden im Reservat. So entscheiden die Menschen vor Ort direkt mit, wie ihr eigenes Schutzgebiet Besucher empfängt.
Auch der Schutz des Ökosystems ist offiziell anerkannt. Das Mamirauá-Reservat für nachhaltige Entwicklung umfasst 1.124.000 Hektar überfluteten várzea-Wald am Zusammenfluss von Solimões und Japurá. Seit 1993 ist es ein Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. 2003 kam seine Demonstrationszone zum Zentralamazonischen Schutzgebietskomplex hinzu, einer UNESCO-Welterbestätte.
4. Pioniergeist und Pegelstände
Brasilien schuf eigens eine neue Schutzgebietskategorie für Mamirauá. So entstand das allererste Reservat für nachhaltige Entwicklung des Landes. Unterzeichnet wurde das Gesetz am 12. Juli 1996.
Anders als Schwarzwassergebiete kennt diese Weißwasser-Aue aus várzea-Wald extreme Schwankungen im Jahresverlauf. Zwischen Niedrigwasser (September bis November) und Hochwasser (Mai bis Juli) steigt und fällt der Pegel um rund 10 bis 12 Meter, örtlich sogar bis zu 16 Meter.
Etwa vier Monate im Jahr steht der Wald rund um die Lodge unter Wasser. Genau deshalb musste sie von Anfang an schwimmen können.
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5. Unterwegs im Kanu statt auf der Straße
Durch einen überfluteten Wald führt keine einzige Straße, deshalb geht hier alles mit dem Kanu oder einem kleinen Boot: Fahrten durch den Überschwemmungswald selbst, Nachtwanderungen auf der Suche nach Kaimanen, traditionelles Piranha-Angeln, Begegnungen mit rosa Flussdelfinen und ein geführter Besuch in einer der Flussgemeinden des Reservats.
Die Uakari Floating Lodge bietet Aufenthalte von 3, 4 oder 7 Nächten, dazu ein eigenes 4-Nächte-Programm zur Vogelbeobachtung für alle, die es gezielt auf die Artenliste des Reservats abgesehen haben. Der Betrieb ist klein und abgelegen, mit nur einer Handvoll Zimmer. Deshalb sollten Kinder in der Regel älter als 10 Jahre sein.
Die Anreise verlangt etwas Einsatz: Du fliegst zuerst nach Manaus, dann in einem rund einstündigen Inlandsflug weiter nach Tefé. Die letzten 1,5 bis 2 Stunden bringt dich ein Boot bis zur Lodge.

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6. Nachhaltigkeit im Betrieb und internationale Auszeichnungen
Die Lodge erzeugt ihren Strom selbst mit Solarenergie, sammelt Regenwasser für die Gäste und klärt ihr Abwasser, bevor es überhaupt in den Fluss gelangt.
2015 zahlte sich dieses Engagement für die Gemeinden aus. Bei den World Responsible Tourism Awards holte die Uakari Lodge Silber in der Kategorie „Best for Poverty Reduction“, geteilt mit nur zwei weiteren internationalen Finalisten. Ausgezeichnet wurde ein Modell, das den wirtschaftlichen Nutzen direkt in die Dörfer zurückfließen lässt.

7. Einer der besten Orte weltweit, um den rosa Amazonas-Flussdelfin zu sehen
In den Gewässern rund um die Uakari Floating Lodge leben so viele rosa Amazonas-Flussdelfine (boto-cor-de-rosa) wie kaum irgendwo sonst: Bis zu 61 Tiere pro Quadratkilometer wurden in den Mündungsbereichen gezählt, dazu 64 Tiere pro Quadratkilometer beim Tucuxi, dem kleineren grauen Flussdelfin.
Bei den Delfinen bleibt es nicht. Im Reservat leben außerdem Jaguare, schwarze Kaimane, Faultiere, Nasenbären und natürlich der Affe, nach dem die Lodge benannt ist: ein weißer Uakari, eine Art, die es sonst fast nirgends auf der Welt gibt.

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8. Die Uakari-Lodge half, einen der größten Fische des Amazonas zu retten
Das Instituto Mamirauá hat sein partizipatives Managementprogramm für den Pirarucu (Arapaima) gemeinsam mit den Flussgemeinden entwickelt. Weltweit gehört es zu den am besten dokumentierten Fällen, in denen sich ein Fischbestand wieder erholt hat.
Weil die Fischer vor Ort selbst auf die Regeln achten und die Bestände zählen, wuchs die Pirarucu-Population in den bewirtschafteten Seen bis 2018 von rund 2.500 auf über 190.500 Tiere. Das trug entscheidend dazu bei, dass der Pirarucu von Brasiliens Liste der bedrohten Arten gestrichen wurde.
Inzwischen wird das Modell auch in anderen Teilen des Bundesstaats Amazonas übernommen. Dahinter steckt derselbe Ansatz aus Naturschutz und Tourismus, aus dem auch die Uakari-Lodge überhaupt erst entstanden ist.

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Die Uakari Floating Lodge mit PlanetaEXO besuchen
Jetzt weißt du, wie aus der Suche eines Forschers nach einem seltenen Affen eine Lodge wurde, die so stark von den Gemeinden getragen wird wie kaum eine andere im Amazonas. Der nächste Schritt: das Mamirauá-Reservat mit eigenen Augen sehen.
Als Ökotourismus-Plattform für Reisen in Ecolodges im brasilianischen Amazonas arbeitet PlanetaEXO seit Langem mit der Uakari Floating Lodge zusammen. Gemeinsam mit Partnern vor Ort plant unser Team maßgeschneiderte Aufenthalte im Reservat, ganz ohne Papierkram und Umwege. Kontaktiere uns jetzt!
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