Wandern, Kanufahren durch den überfluteten Wald, Piranha angeln, Nachtbeobachtung, Gemeinschaftsbesuche und mehr. Und wie deine Wahl zwischen Lodge, Kreuzfahrt oder Camp entscheidet, was du davon bekommst
Der Amazonas lebt vom Wasser. Seit 1902 liest man den Pegel im Hafen von Manaus jeden Tag von Hand ab. Er erzählt eine einfache Geschichte. Der Rio Negro steigt zwischen Mai und Juli auf seinen Höchststand, meist im Juni. Danach fällt er bis Ende Oktober auf seinen Tiefstand. Für die Menschen im Bundesstaat Amazonas ist das entscheidend, denn der Wasserstand bestimmt vieles in der Region, auch den Tourismus.
Deshalb lohnt es sich, den Pegel zu verstehen, bevor du deinen Amazonas Urlaub buchst. Bei Hochwasser paddelst du mit dem Kanu durch den Wald, zwischen den Ästen. Du gleitest über Boden, den du im Oktober zu Fuß betreten hättest. Bei Niedrigwasser tauchen weiße Sandstrände dort auf, wo eben noch dein Kanu lag. Gleicher Ort, gleicher Reisename, ganz andere Tage.
PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform für Amazonas-Touren in Brasilien. Wir haben diesen Guide zu den 7 wichtigsten Aktivitäten zusammengestellt. Sie füllen fast jede Route im Wald. Wir zeigen dir auch, wie Lodges, Kreuzfahrten und Camps jede davon verändern. Schau dir das unten an!
Lodge, Kreuzfahrt oder Camp: Wo du schläfst, entscheidet deine Tage

Vor jeder Aktivität kommt eine Entscheidung, die alle anderen prägt: deine Basis. Die drei Optionen sind nicht drei Preisklassen desselben Amazonas-Dschungel-Urlaubs. Sie geben dir unterschiedlichen Zugang zum Wald.
Eine Amazonas-Dschungel-Lodge ist ortsfest. Du bekommst ein Bett, einen Ventilator oder Klimaanlage und ein Restaurant. Dazu einen Radius: Alles, was du unternimmst, passiert ein paar Stunden rund um den Anleger. Für viele Reisende ist dieser Radius ein guter Kompromiss, denn die guten Lodges liegen in einem Gebiet, in dem es sich lohnt, stillzuhalten. Die Anavilhanas Jungle Lodge etwa blickt auf das Anavilhanas-Archipel. Das ist ein Schwarzwasser-Labyrinth aus Inseln, als Nationalpark auf 350.469 Hektar geschützt.
Eine Flusskreuzfahrt auf dem Amazonas dreht sich dagegen um Reichweite. Das Boot fährt über Nacht. Du wachst jeden Morgen an einem neuen Ort auf und legst keinen Flussabschnitt zweimal zurück. So verbindet ein Schiff vieles in einer einzigen Route: den Jaú-Nationalpark, eines der größten Schutzgebiete im Amazonasgebiet und UNESCO-Weltnaturerbe, dazu indigene Gemeinschaften und Begegnungen mit dem Flussdelfin im Amazonas.
Ein Camp gibt beides auf. Auf Touren mit Dschungel-Survival-Kursen wie der 4-tägigen Amazonas-Survival-Tour schläfst du in einer Hängematte unter einer Plane. Dazu kommen ein Moskitonetz und ein Guide, der die Nacht über wacht und nach Tieren Ausschau hält.
1. Wandern im Regenwald

Hier die ehrliche Version einer Wanderung im Amazonas-Regenwald: Einen Jaguar wirst du nicht sehen. Du siehst Bäume. Und genau das ist der Punkt, sobald dir jemand beibringt, sie zu lesen.
Eine Studie von 2013 in Science schätzte für das gesamte Becken rund 16.000 Baumarten unter etwa 390 Milliarden einzelnen Bäumen. Sie fand auch heraus, dass allein 227 dieser Arten (1,4 %) die Hälfte aller Bäume im Amazonas ausmachen. So dichte Vielfalt bleibt für ein ungeschultes Auge unsichtbar.
Deshalb ist ein Guide an deiner Seite entscheidend. Ein Profi geht denselben Pfad wie du und öffnet dir eine ganz andere Welt. Er zeigt dir, welche Rinde das Fieber senkt und welche Liane trinkbares Wasser hält. Er erkennt die Kratzspur, die ein Nabelschwein am Morgen an einem Stamm hinterlassen hat. Und er weiß, welches Tier zu einem Ruf gehört, den du zwischen den Bäumen hörst.
Rechne mit Hitze, drückender Schwüle und Schlamm. Das Tempo gleicht eher einem Museumsbesuch als einem Workout (Pfade dauern meist 2 bis 3 Stunden). Der Waldboden ist dunkel und still, weil fast das gesamte Leben oben im Blätterdach spielt.
2. Mit dem Kanu durch den überfluteten Wald

Wenn der Rio Negro steigt, füllt er nicht nur seine Ufer. Er kriecht in den Wald und bleibt dort monatelang. Das Ergebnis ist igapó, ein von Schwarzwasser überfluteter Wald. Tannine aus verrottenden Blättern färben ihn teefarben. Sein Pendant im Weißwasser ist várzea, überflutet vom sedimentreichen Rio Solimões. Durch beide paddelst du hindurch statt an ihnen vorbei. Und das Blätterdach, das im Oktober 15 Meter über deinem Kopf lag, ist im Juni auf Augenhöhe.
Ein Motorboot kommt da nicht hin. Die Lücken zwischen den Stämmen sind zu eng. Das Wasser verbirgt untergetauchte Äste, und der Motorlärm würde alles Leben vertreiben. Stattdessen nimmst du ein Paddelkanu. Sein leises Gleiten bringt dich nah an die Bewohner der Gegend: Faultiere, Kaimane, Totenkopfäffchen und viele mehr.
Das beste Wasser findest du am Rio Negro und seinen Seitenarmen, den igarapés. Dazu in den überfluteten Seen von Anavilhanas und, auf der Seite von Pará, an Arapiuns und Tapajós.
Ein Punkt für deinen Amazonas Urlaub: Bei Niedrigwasser ist der igapó trockenes Land. Wenn das Paddeln unter dem Blätterdach dein Grund für die Reise ist, komm ungefähr zwischen Mai und August.
3. Traditionelles Fischen

Lange bevor Fischen eine Aktivität war, war es das Mittagessen. In weiten Teilen des Amazonasgebiets ist es das bis heute. Das Becken beherbergt über 2.400 beschriebene Fischarten. Allein der Rio Negro zählt 1.165 davon, von denen 156 nirgends sonst auf der Erde vorkommen. Das ist das fischreichste Flusssystem des Planeten. Die Menschen an seinen Ufern essen seit Jahrtausenden daraus.
Piranha angeln ist die Variante, die fast jede Route enthält. Sie ist mit Absicht simpel. Stöcke, Stücke Angelschnur, Haken und Fleischreste sind die ganze Ausrüstung. Dazu klatschst du viel aufs Wasser, um etwas in Not zu imitieren.
Bevor du Angst bekommst: Piranhas sind nicht das Tier aus den Filmen. Von den rund 30 Arten in Südamerika sind die meisten Allesfresser und Aasfresser. Im Amazonas schwimmen jeden Tag Menschen in Piranha-Gewässern. Vorsicht ist natürlich angebracht. Aber halt dich an die Anweisungen deines Guides, dann passiert dir nichts.
Weitere Fische, die dir begegnen können:
Tucunaré (Kammbarsch), der größte Buntbarsch Amerikas, bis zu 99 cm und 12,2 kg.
Aruanã, wird 90 cm lang und springt aus dem Wasser, um Insekten von tief hängenden Ästen zu schnappen.
Tambaqui, bis zu 108 cm und 40 kg, frisst Früchte und Samen, die in den überfluteten Wald fallen.
Pirarucu (Arapaima gigas), einer der größten Süßwasserfische der Welt mit bis zu 4,5 Metern und 200 kg. Er atmet Luft und muss alle paar Minuten auftauchen.
Traditionelles Fischen im Amazonas schadet dem Ökosystem nicht so wie die industrielle Fischerei. Viele lokale Gemeinschaften bewirtschaften ihre eigenen Seen. Sie zählen Fische, setzen Quoten und überwachen, welche fremden Boote hereinkommen. So bleibt die Praxis respektvoll und nachhaltig. Und sie trägt zum Einkommen dieser Familien bei.
Auf Reiserouten durch den Amazonas fischst du mit deinem Guide und Handleinen. Du behältst nur, was gegessen wird, den Rest setzt du zurück ins Wasser.
4. Nachtbeobachtung

Nach dem Abendessen steigst du wieder ins Boot. Jemand stellt den Motor ab. Ein anderer streicht mit einer Taschenlampe am Ufer entlang. Und die Böschung leuchtet auf: Paare orangeroter Glutpunkte treiben auf dem Wasser.
Dieses Augenleuchten ist kein Trick des Lichts. Kaimane haben ein Tapetum lucidum. Das ist eine Schicht aus Guanin-Kristallen hinter der Netzhaut. Sie wirft einfallendes Licht ein zweites Mal zurück und verdoppelt so die Chance, dass jedes Photon eingefangen wird. Deshalb jagen sie gut in fast völliger Dunkelheit. Deshalb findest du sie nachts leicht und tagsüber kaum.
Zwei weit auseinanderliegende Augen tief im Wasser bedeuten ein großes Tier. Der Abstand zwischen ihnen wächst mit dem Schädel. So schätzt ein erfahrener Guide die Länge, bevor sich etwas bewegt. Der schwarze Kaiman ist der, auf den du hoffst: das größte Raubtier im Amazonasbecken, das rund 5 Meter erreicht.
Auch andere Amazonas Tiere zeigen sich nach Einbruch der Dunkelheit. Rechne mit Laubfröschen, Fischfledermäusen, Abgottschlangen, Tagschläfern, Eisvögeln und, mit Glück, einem Nachtaffen. Er ist der einzige nachtaktive Affe Amerikas.
👉 Weiterlesen: Wie kommst du in den Amazonas-Regenwald in Brasilien?
5. Survival-Techniken und Camping im Dschungel
In einem Survival-Camp trägst du alles, was du brauchst, in den Wald. Du schläfst dort, wo du haltmachst. Und tagsüber lernst du, wie die Menschen dort überleben. Der Aufbau ist bewusst spärlich: Hängematte, Moskitonetz, eine Plane gegen den Regen, ein Feuer zum Kochen und ein Guide, der die Nacht über wach bleibt. Die Mahlzeiten sind einfach und zum Teil am selben Tag gefangen.
Ein Dschungel-Survival-Kurs im Amazonas umfasst meist Feuermachen bei Nässe, Bau eines Unterstands aus dem, was in der Nähe steht, Finden von trinkbarem Wasser in Lianen und Regenfallen, Orientierung ohne Pfad, Bestimmen essbarer und heilender Pflanzen, einfache Fallen und Knoten und Kochen über offenem Feuer.
Das alles und mehr lernst du von erfahrenen Survival-Guides. Sie kennen den Wald wie ihre Westentasche. Das Ziel ist, die Zeichen des Waldes zu lesen. Also halt dich an ihre Anweisungen und geh nicht mit offenen Fragen nach Hause.
Nicht jeder mag so eine Erfahrung. Camping im Amazonas-Dschungel richtet sich an Reisende, die echtes Dschungel Survival suchen und in die roheste Form der Natur eintauchen wollen. Willst du Survival-Fähigkeiten entwickeln? Kommst du mit Hitze, Insekten, dem Verzicht auf ein richtiges Bad und der völligen Abgeschiedenheit von der Außenwelt klar? Dann ist das die richtige Wahl für dich!
6. Besuch von Fluss- und indigenen Gemeinschaften

Ein großer Teil der Menschen im Bundesstaat Amazonas lebt in Manaus oder anderen Städten. Doch den Wald bewohnen nicht nur Tiere.
Brasiliens Zensus 2022 zählte 1.694.836 indigene Menschen in 391 Völkern, die 295 Sprachen sprechen. Und 867.900 von ihnen, 51,2 %, leben im gesetzlichen Amazonasgebiet. Neben ihnen leben die ribeirinhos, die Flussgemeinschaften. Ihre Häuser stehen auf Stelzen oder schwimmen ganz auf dem Wasser.
Buchst du deinen Amazonas Urlaub bei respektvollen Anbietern, sind die Besuche im Voraus vereinbart. Die Gemeinschaft zeigt sich, wie sie ist, und das Geld landet vor Ort. Was du erlebst, hängt davon ab, wer dich empfängt.
In São Marcos nahe Alter do Chão lebt man vom Maniok. Du siehst die Mühle, die das farinha produziert. Das isst man hier zu fast jeder Mahlzeit. In Aldeia Atodi, einem von Frauen geführten indigenen Dorf am Arapiuns, führen dich die Hüterinnen durch den Wald und zeigen dir Heilpflanzen.
In Coroca und Santo Antônio führt der Tag durch Obstgärten, Mehlhäuser und Waldpfade, mit den Menschen, die dort arbeiten. In der Gemeinschaft Aturiá am Rio Negro ist der Besuch bewusst gemächlich: lokale Bräuche, Familiengeschichten, Früchte der Saison direkt aus dem Garten und sogar ein Fußballspiel mit den Kindern.
Die tiefste Variante ist die Expedition zum Pico da Neblina. Der Trek führt zu Brasiliens höchstem Gipfel auf 2.995 Metern, mitten ins Gebiet der Yanomami. Yanomami-Anführer begleiten dich bei jedem Schritt.
Neben der kulturellen Erfahrung tragen geführte Touren zum Erhalt und zur Entwicklung der Gemeinschaften bei. Viele Familien leben zu einem großen Teil vom Ökotourismus. Das nützt den Menschen und dem Wald. Denn sie verdienen ihr Geld, ohne auf Praktiken zurückzugreifen, die der Natur schaden.
Wenn dich kulturelle Erfahrungen interessieren, denk daran: Frag, bevor du jemanden fotografierst. Kauf das Kunsthandwerk. Und nimm den Guide, den dein Anbieter organisiert hat, statt unangekündigt aufzutauchen.
👉 Weiterlesen: Ökotourismus im Amazonas-Regenwald: eine Lösung gegen die Abholzung
7. Flussstrände

Wenn das Wasser fällt, gibt der Amazonas etwas zurück, womit kaum ein Besucher rechnet: Strände. Feiner weißer Sand, warmes klares Wasser, kein Salz, keine Gezeiten und kein Weg dorthin außer per Boot.
Ein Amazonas-Flussstrand ist eine Sandbank, die das halbe Jahr unter Wasser liegt. Der Fluss sinkt von seinem Höchststand im Juni Richtung Niedrigwasser Ende Oktober. Dabei tauchen die Ufer eines nach dem anderen auf. Am Tiefpunkt erstrecken sie sich über Hunderte von Metern. Dann kehren die Fluten zurück und löschen sie wieder aus. Sie sind streng saisonal. Der Strand, an dem du letztes Jahr geschwommen bist, kehrt dieses Jahr vielleicht nicht in gleicher Form wieder.
Die beste Reisezeit für den Amazonas-Regenwald für Strände ist daher das Spiegelbild der Kanu-Saison: ungefähr September bis Dezember, mit Höhepunkt rund um das Niedrigwasser. Das klarste Wasser findest du an den Schwarz- und Klarwasserflüssen. Am Tapajós bei Alter do Chão, bekannt als die Karibik des Amazonas, und am Rio Negro rund um Anavilhanas.
An einem Flussstrand machst du fast dasselbe wie an einem klassischen Strand, nur ohne Meer. Schwimmen, auf dem Sand zu Mittag essen (kein Müll liegenlassen!), dich sonnen oder ein Nickerchen am Ufer machen. Perfekt für einen ruhigen Moment in deinem Urlaub am Amazonas.
Bereit für deinen Amazonas Urlaub? Starte mit PlanetaEXO!
Jetzt weißt du, was die Tage einer Naturreise im größten Regenwald der Erde wirklich füllt. Bleibt nur eine echte Frage: Welche Basis bringt dir die Version, die du willst? Und welcher Monat bringt das Wasser dorthin, wo du es brauchst? Ob du eine Brasilien Amazonas Tour schon fest im Kopf hast oder deine Amazonas Reise gerade erst planst: Beides beginnt mit dieser Entscheidung.
PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform für Amazonas-Reisen in Brasilien. Gemeinsam mit den besten lokalen Anbietern und Guides der Region kümmert sich unser Team um alles. Von der sorgenfreien Reiseplanung bis zu maßgeschneiderten Routen für Reisende aus aller Welt. Kontaktier uns jetzt!
Weiterlesen

27. Juli 2026
Pantanal in Brasilien besuchen: der große Reiseführer
Du fragst dich, wie du das Pantanal am besten erkundest? In diesem Reise-Guide findest du alles, was du für deine Reise in Brasiliens großes Tierparadies brauchst. Nirgendwo auf der Welt leben so viele Jaguare wie hier, und für Tierbeobachtung ist kein Ort in Brasilien besser: Das Pantanal beheimatet Hunderte Vogel- und Säugetierarten. Seine schiere Weite […]

27. Juli 2026
Wann ist die beste Reisezeit für die Lençóis Maranhenses?
Die Lençóis Maranhenses sind ein Ganzjahresziel, doch das Wetter ist am stabilsten und die berühmten Lagunen sind randvoll, sobald die Regenzeit vorüber ist Die beste Zeit für einen Besuch im Lençóis-Maranhenses-Nationalpark liegt zwischen Mai und September, wenn die Lagunen nach der Regenzeit am vollsten sind und das Wetter meist stabil bleibt. Außerhalb dieser Monate bietet […]

27. Juli 2026
Amazonas besuchen: dein Reiseführer für den Regenwald in Brasilien
Alles, was du vor deiner Amazonas-Tour in Brasilien wissen musst: wann die beste Reisezeit ist, wie du hinkommst, welche Aktivitäten dich erwarten und vieles mehr! Du liebst die Natur und träumst davon, den Amazonas-Regenwald in Brasilien zu besuchen, um die faszinierende Welt des größten tropischen Regenwaldes der Erde mit eigenen Augen zu erleben? Wenn deine […]

