10 Mount Roraima Fakten, die du kennen solltest
Roraima

10 Mount Roraima Fakten, die du kennen solltest

8. August 2025

Entstehung, Höhe, Lage, was dich oben erwartet und wie du den Mount Roraima verantwortungsvoll erlebst

Der Mount Roraima gehört zu den faszinierendsten Orten Südamerikas. Zwischen uralter Geologie, seltenen Tieren und indigener Kultur steckt weit mehr in ihm, als du auf den ersten Blick siehst.

Seine Abgeschiedenheit, sein Ökosystem und seine senkrechten Wände beschäftigen Neugierige und Forschende seit Jahrzehnten. Ob du gerade eine Reise planst oder einfach mehr wissen willst: PlanetaEXO, die Ökotourismus-Plattform für Mount Roraima Touren, fasst alles Wichtige über dieses Ziel zusammen.

Hier kommen 10 Mount Roraima Fakten!

facts about Mount Roraima
Photo: Lucas Gobatti

1. Dreiländereck: Brasilien, Venezuela und Guyana

Der Mount Roraima liegt auf der Grenze von Brasilien, Venezuela und Guyana, auch wenn der größte Teil des Massivs auf venezolanischem Gebiet liegt. Wo die drei Länder aufeinandertreffen, steht ein pyramidenförmiges Betonmonument. Das übersiehst du nicht!

Die häufigste Trekkingroute startet am Roraima in Venezuela, im Dorf Paraitepuy, das du über Santa Elena de Uairén erreichst. Kommst du aus Brasilien (logistisch der einfachste Startpunkt), ist Boa Vista im Bundesstaat Roraima die nächste größere Stadt.

Von dort sind es 3 Stunden Fahrt bis zur venezolanischen Grenze und weitere 20 Minuten bis Santa Elena.

facts about Mount Roraima

👉 Mehr dazu: Wie kommst du zum Mount Roraima?

2. Vor über 2 Milliarden Jahren entstanden

Der Mount Roraima ist Teil des Guayana-Schilds, einer der ältesten geologischen Formationen der Erde. Er reicht über 2 Milliarden Jahre zurück, seine Gesteinsschichten sind damit älter als die meisten Gebirge des Planeten.

Die Zeit hat ihm seine Form gegeben. Geologen erklären das flache Gipfelplateau am Berg Roraima mit Erosion. Waagerechte Sandsteinschichten haben sich gleichmäßig abgetragen, anders als bei Vulkan- oder Faltengebirgen mit ihren zerklüfteten Spitzen.

Das Roraima-Plateau besteht aus widerstandsfähigem Quarzsandstein, der langsam und gleichmäßig verwittert. Darunter liegt ein harter magmatischer Sockel, der die flache Struktur stabil hält. So entstehen keine Gipfel, sondern diese markante Tafelform.

3. 2.810 Meter über dem Meeresspiegel

Du fragst dich, wie es um die Höhe des Mount Roraima steht? Er misst 2.810 Meter (9.219 Fuß) über dem Meeresspiegel, seine Wände ragen fast 400 Meter aus dem Sockel auf. Damit ist er der höchste Tepui der Pakaraima-Kette.

Der höchste Berg Südamerikas ist er nicht (den Titel hält der 6.961 Meter hohe Aconcagua in Mendoza, Argentinien), doch Form und Dominanz machen ihn zu einem der eindrucksvollsten.

Mount Roraima’s height
Photo: Denis Minnetdinov

👉 Mehr über das Trekking am Mount Roraima:

4. Die indigenen Gemeinschaften am Mount Roraima schützen sein Erbe

Rund um den Mount Roraima leben indigene Gemeinschaften, darunter die Pémon, die Kapon und die Taurepang.

Pémon und Taurepang gehören zur Sprach- und Kulturgruppe der Karib, während die Kapon Akawaio sprechen, das ebenfalls oft zur Karib-Familie gezählt wird.

Diese Gruppen sind die traditionellen Hüter des Landes und tief spirituell mit dem Berg verbunden. Sie spielen außerdem eine zentrale Rolle im nachhaltigen Tourismus: Sie führen nicht nur Besucher, sondern stemmen die Logistik, die das Trekking überhaupt möglich macht, tragen Ausrüstung, bauen Zelte auf, kochen und öffnen den Zugang zu abgelegenen Gebieten.

Ihre Arbeit sorgt dafür, dass der Tourismus der lokalen Wirtschaft nützt und gleichzeitig Umwelt und Kulturerbe bewahrt.

Indigenous communities Mount Roraima

5. Der Baum des Lebens, eines der Rätsel des Mount Roraima

Am hartnäckigsten hält sich das Rätsel um die symbolische Bedeutung des Bergs. In der indigenen Mythologie gilt er als Stamm des „Baums des Lebens“ (auch Baum aller Früchte genannt), einer heiligen Gestalt, aus der einst alle Früchte der Welt hervorgingen. Makunaíma, der mächtige indigene Held, wacht über ihn.

In den letzten Jahren hat die Vorstellung wieder Auftrieb bekommen, weil Besucher auf ein Gelände treffen, das von einem anderen Planeten zu stammen scheint. Der Gedanke eines „lebendigen Ursprungs“ spricht alle an, die spirituelle Verbindung in der Natur suchen. Manche indigenen Völker nennen den Berg auch das „Haus der Götter“.

mystery of the “Tree of Life”
@overlandtheamericas

6. Vorbild für Pixars Oben (und für andere Geschichten)

Wusstest du, dass der Mount Roraima eine der Hauptinspirationen für Pixars Animationsfilm Oben war? Die berühmten „Paradiesfälle“ sind den Tepuis des Guayana-Schilds nachempfunden, allen voran dem Roraima-Tepui mit seinen senkrechten Wänden, dem flachen Gipfel und den riesigen Wasserfällen.

Das Ziel hat auch andere Bücher und Filme geprägt. Am bekanntesten ist der Roman Die verlorene Welt, 1912 von Sir Arthur Conan Doyle geschrieben. Jahre später diente er als Vorlage für Jurassic Park.

In Brasilien wird der Held Makunaíma im Klassiker Macunaíma zum Antihelden, geschrieben 1928 von Mário de Andrade. Und in der Telenovela Império von 2014 spielt der Mount Roraima eine tragende Rolle.

Film Up – Paradise Falls
Photo: Pixar Film, Up – Paradise Falls

7. Die typische Flora der Tepuis

Ein großer Teil der Flora am Mount Roraima kommt nur im Pantepui vor, der Gruppe südamerikanischer Tepuis zwischen Venezuela und dem Norden Brasiliens.

Einzelne Arten stechen heraus, etwa die Sumpfkrugpflanze (Heliamphora nutans), eine fleischfressende Pflanze, die 1839 von den Naturforscher-Brüdern Robert und Moritz Schomburgk beschrieben wurde. Bemerkenswert ist auch Brocchinia reducta, eine der wenigen fleischfressenden Bromelien der Welt.

Auf dem Gipfel des Roraima wachsen außerdem Bonnetia roraimae, Drosera roraimae und Utricularia quelchii.

8. Die heimische Tierwelt auf dem Gipfel

Anders als es Conan Doyles Die verlorene Welt vermuten lässt, sind die Tiere am Mount Roraima nicht groß. Das kalte, nasse und windige Klima und der fehlende fruchtbare Boden liefern nicht die Biomasse, die große Räuber oder Pflanzenfresser brauchen. Kurz gesagt: die Fauna hier oben ist winzig.

Am auffälligsten sind die Amphibien mit einer Endemismusrate von 77 %. Die Roraima-Kröte (Oreophrynella quelchii) misst nur 2 bis 3 Zentimeter und war eine der ersten offiziell katalogisierten Arten.

Nur im Pantepui leben außerdem der Tepui-Segler (Streptoprocne phelpsi), die Roraima-Maus (Podoxymys roraimae) und der Große Hakenschnabel (Diglossa major).

endemic frogs Mount Roraima
@cafred33

9. Felsformationen, Naturpools und das ikonische Kristalltal auf dem Gipfel

Der geologische Wert gehört zu den bekanntesten Mount Roraima Fakten. Oben auf dem Plateau erwarten dich Panoramen und Felsformationen, darunter der mächtige Maverick Rock und La Ventana, die Öffnung, die die Landschaft wie ein Rahmen fasst.

Starke Regenfälle speisen die Flüsse und die berühmten „Jacuzzis“, Naturpools, die Bäche in den Quarzit gefräst haben. Auch das dunkle Wasser des rätselhaften Lake Gladys und El Foso, ein 20 Meter tiefer, wassergefüllter Schacht, solltest du dir nicht entgehen lassen.

Im Kristalltal bedecken Millionen Quarzkristalle eine flache Senke im Sandstein. Sie entstanden vor geschätzt 1,8 Milliarden Jahren durch Sedimentation und Quarzkristallisation. Für die indigenen Völker sind es Splitter von Sternen, die auf die Erde fielen, als Makunaíma den ursprünglichen Baum des Lebens fällte.

Mount Roraima pools
Photo: Lucas Gobatti

👉 Mehr dazu: Was erwartet dich auf dem Gipfel des Mount Roraima?

10. Bis zum Gipfel des Mount Roraima brauchst du 8 bis 10 Tage

Diese Mount Roraima Fakten solltest du kennen, bevor du buchst: Das Trekking verlangt keine Kletterausrüstung, körperlich fordert es dich aber. Die meisten Touren dauern 8 bis 10 Tage hin und zurück und summieren sich auf 80 bis 90 km durch Dschungel, Flüsse und steiles Gelände.

Jahreszeit und Logistik verändern die Besucherzahlen, in der Hochsaison verteilen sich aber schätzungsweise 100 bis 200 Trekker auf dem Weg und in den verschiedenen Bereichen des Bergs. Der Schlussanstieg führt über die „Rampa“, einen schmalen natürlichen Pfad zum Gipfel, wo sich die Landschaft komplett verwandelt.

Wegen der Höhe und der ständigen Wolkendecke schwanken die Temperaturen oben stark, von 5 °C nachts bis über 25 °C tagsüber. Das Klima folgt eher den venezolanischen als den brasilianischen Jahreszeiten, mit einer feuchteren Phase von Mai bis September und trockeneren Monaten zwischen Dezember und März. Wetterumschwünge kommen plötzlich, pack also jederzeit Regen- und Kälteschutz ein.

trekking Mount Roraima
Photo: Lucas Gobatti

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