Ein großer Schwarm Bogenstirn-Hammerhaie, eine der begehrtesten Tierarten der Galapagos-Inseln, zieht gemeinsam durch das tiefblaue offene Meer.
Ecuador

15 Tiere der Galápagos-Inseln und wo du sie siehst

6. November 2026

Von den Riesenschildkröten im Hochland von Santa Cruz bis zu den Walhaien vor der Insel Darwin: Hier stellen wir dir 15 Tiere der Galápagos-Inseln vor, jeweils mit den Fakten, die du kennen solltest, und den Orten, an denen du sie findest!

928 km vor dem Festland von Ecuador liegen die Galápagos-Inseln, die seit 1959 als Nationalpark geschützt sind. Diese Abgeschiedenheit hat die Tierwelt der Galápagos-Inseln geprägt und ihr eine ganz eigene Evolution beschert. Das Ergebnis: Rund 97 % der Landsäugetiere und Reptilien sowie etwa 80 % der Landvogelarten gibt es nirgendwo sonst auf der Erde.

Viele Tiere, vor allem die Landvögel, zeigen kaum Scheu, wenn Besucher an ihnen vorbeigehen. Der britische Naturforscher Charles Darwin notierte bekanntlich, dass sich die einheimischen Tauben ihm einfach auf Arme und Kopf setzten.

Welche Tiere leben auf den Galápagos-Inseln? Welche Arten bekommst du wahrscheinlich zu sehen, und wo genau findest du sie? Dann bist du hier richtig. Als Ökotourismus-Plattform mit Schwerpunkt auf Touren auf die Galápagos-Inseln hat PlanetaEXO für dich diesen Ratgeber zur faszinierenden Tierwelt der Inseln zusammengestellt. Schau ihn dir unten an!

Ein Paar sitzt im weißen Sand mit Blick auf türkisfarbenes Wasser, während mehrere Seelöwen in der Nähe ruhen – eine klassische erste Begegnung mit den Tieren der Galapagos-Inseln.

1. Galápagos-Riesenschildkröte

Ihr verdanken die Inseln ihren Namen: Frühe spanische Entdecker bezeichneten sie wegen der Form ihres Panzers mit dem alten Wort „galápago“ (Sattel). Die Wissenschaft unterscheidet etwa 15 Arten der Galápagos-Riesenschildkröte, eine pro Insel oder, auf Isabela, pro Vulkan.

Innerhalb von zwei Jahrhunderten holten Piraten, Walfänger und Robbenjäger 100.000 bis 200.000 Tiere von den Inseln. Der Grund: Eine Schildkröte konnte im Laderaum eines Schiffs bis zu einem Jahr ohne Futter und Wasser überleben. Heute leben noch etwa 20.000 bis 25.000 in freier Wildbahn.

Eine Riesenschildkröte überquert einen roten Erdweg unter einem grünen Blättertunnel im Hochland von Galapagos.

Spannende Fakten über die Galápagos-Schildkröte:

  • Sie verbreiten Samen mit ihrem Kot, bahnen Pfade und halten die Vegetation kurz. Auf Inseln mit Schildkröten haben sich die Opuntien zu hohen, baumartigen Kakteen entwickelt, deren Früchte und Triebe außer Reichweite der Panzerträger bleiben.
  • Auf Santa Cruz unternehmen viele Schildkröten eine saisonale Wanderung. In der Trockenzeit steigen sie auf der Suche nach grünen Pflanzen ins Hochland und kehren mit dem Regen ins Tiefland zurück.
  • In den 1960er-Jahren gab es auf Española nur noch 14 Schildkröten. Diego, ein Männchen aus dem Zoo von San Diego in den USA, wurde für ein Zuchtprogramm zu ihnen nach Galápagos gebracht. Daraus gingen mehr als 2.000 Nachkommen hervor, ein großer Teil davon von ihm. 2020 kehrte er mit über 100 Jahren nach Española zurück.

Wo du sie findest: in freier Wildbahn im Hochland von Santa Cruz, wo sie in Reservaten am Rand des Nationalparks grasen und sich in Schlammtümpeln suhlen. Außerdem in den Zuchtstationen in Puerto Ayora (neben der Charles-Darwin-Forschungsstation) und in Puerto Villamil auf Isabela, die Jungtiere für die Wiederansiedlung auf den Inseln aufziehen.

Eine Riesenschildkröte, eines der bekanntesten Tiere der Galapagos-Inseln, schreitet langsam über kurzes Gras am Waldrand.

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2. Meerechse

Die Meerechse ist die einzige Echse der Welt, die im Meer auf Nahrungssuche geht. Sie lebt an Land und frisst im Meer: Sie weidet Algen auf den Felsen ab oder taucht im kalten Wasser danach. Zu finden ist sie an den Küsten aller Hauptinseln, auf einer Fläche von nur rund 275 km².

Spannende Fakten über Meerechsen:

  • Mit den Algen schlucken sie viel Salzwasser. Drüsen in der Nase filtern das überschüssige Salz heraus, und die Echsen niesen es aus. Deshalb tragen viele eine weiße Salzkruste auf dem Kopf.
  • In El-Niño-Jahren, wenn die Algen verschwinden, schrumpfen sie um bis zu etwa 20 % ihrer Körperlänge, weil der Körper einen Teil der Knochen abbaut. Kommt die Nahrung zurück, wachsen sie wieder. Je kleiner die Echse, desto weniger Energie verbraucht sie und desto besser stehen ihre Überlebenschancen.
  • Auf Española färben sich die Meerechsen zur Paarungszeit rot und türkisgrün und tragen deshalb den Spitznamen „Weihnachtsechsen“.

Wo du sie findest: auf den Felsen der Feuchtgebiete von Isabela, am Ufer von North Seymour, in den Mangroven von Playa Mansa, an der Punta Suárez auf Española und unter Wasser am Cape Douglas auf Fernandina.

Nahaufnahme des stacheligen Kopfes eines Meeresleguans mit schuppiger roter und schwarzer Haut, sein Blick fest auf die Kamera gerichtet.

3. Galápagos-Landleguan

Große Männchen werden mehr als 90 cm lang und bringen bis zu 14 kg auf die Waage. Hinter dem Namen Galápagos-Landleguan stecken 3 Arten: der gelbliche Drusenkopf, der auf sechs Inseln vorkommt, der Santa-Fe-Landleguan, der nur auf der gleichnamigen Insel lebt, und der vom Aussterben bedrohte Rosa Landleguan, den es nur an den Hängen des Vulkans Wolf auf Isabela gibt.

Spannende Fakten über Landleguane:

  • Sie ernähren sich von den Trieben, Blüten und Früchten der Opuntia-Kakteen. Manchmal entfernen sie die Stacheln mit den Krallen, indem sie das Kaktusglied über den Boden rollen. Oft schlucken sie die Stacheln aber auch einfach problemlos mit.
  • Auf Fernandina legen die Weibchen eine beeindruckende Reise zurück. Sie steigen mehrere Kilometer bis zum Gipfel des Vulkans hinauf und dann hinab auf den Kraterboden, um ihre Eier in die warme Vulkanasche zu legen, die als Brutkasten dient.
  • 1975 löschten verwilderte Hunde in weniger als sechs Monaten zwei Kolonien aus. Die Jungtiere wurden in einer Zuchtstation aufgezogen und ausgewildert, sobald die Hunde verschwunden waren. Die letzte Auswilderung am Cerro Dragón fand 1991 statt.

Wo du sie findest: am Cerro Dragón auf Santa Cruz, auf Santa Fe und North Seymour sowie entlang der Straße vom Flughafen Baltra.

Ein leuchtend gelb-oranger Landleguan, eines der auffälligsten Tiere der Galapagos-Inseln, sitzt auf dunklem vulkanischem Lavagestein.

4. Galápagos-Seelöwe

Der Seelöwe gehört meist zu den ersten Tieren der Galápagos-Inseln, die du nach der Ankunft siehst. Diese freundlichen Nachbarn schlafen in aller Ruhe auf Stegen, Bänken oder Stränden. Ausgewachsene Männchen wiegen bis zu 250 kg und sind damit die größte Art vor Ort.

Ein Galapagos-Seelöwe schwimmt elegant unter Wasser über dunklem vulkanischem Gestein, während Sonnenlicht durch die gekräuselte Oberfläche auf seinen schlanken Körper fällt.
Photo: Sea Lion

Spannende Fakten über den Galápagos-Seelöwen:

  • Ein Weibchen bekommt in der Regel ein Junges pro Jahr oder alle zwei Jahre. Typisch für die Art ist die verzögerte Einnistung: Der Embryo bleibt einige Monate „auf Pause“, bevor er sich entwickelt, damit die Geburt in die günstigste Jahreszeit fällt.
  • Männchen ohne Revier sammeln sich abseits der Brutkolonien an „Junggesellenstränden“. Dort legen sie an Größe und Kraft zu, bis sie um ein eigenes Stück Küste kämpfen können.
  • Da sie sich ohne Raubtiere an Land entwickelt haben, zeigen sie fast keine Angst vor Menschen. Junge Seelöwen spielen oft mit Schnorchlern: Sie ziehen Kreise um sie, blasen Luftblasen und knabbern an ihren Flossen.

Wo du sie findest: La Lobería auf San Cristóbal, Bahía Gardner auf Española (eine der größten Kolonien des Archipels) und beim Schnorcheln in Los Túneles auf Isabela.

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5. Galápagos-Seebär

Trotz seines Namens gehört der Galápagos-Seebär eigentlich zu den Seelöwen. Er ist kleiner, hat einen breiteren Kopf, hervorstehende Augen und ein viel dichteres Fell. Genau deshalb wurden Seebären im 19. Jahrhundert zu Zehntausenden gejagt. Die Bestände haben sich erholt, doch die IUCN stuft die Art weiterhin als stark gefährdet ein.

Spannende Fakten über den Seebären:

  • Sie jagen nachts Tintenfische und Fische. Bei Vollmond, wenn sie für Räuber wie Haie leichter zu erkennen sind, halten sie sich bei der Nahrungssuche zurück.
  • Um der Hitze zu entgehen, suchen sie felsige Küsten, schattige Plätze, Spalten und Höhlen auf.
  • Die Jungen werden 2 bis 3 Jahre lang gesäugt. Kommt ein neues Junges zur Welt, während das ältere Geschwister noch trinkt, ist die Konkurrenz hart. Meist setzt sich das ältere durch, und das Neugeborene überlebt oft nicht.

Wo du sie findest: an den Klippen von El Barranco und in der Darwin Bay auf Genovesa.

Nahaufnahme eines Galapagos-Seebären, einem der Tiere des Archipels, mit langen weißen Schnurrhaaren und dunklen Augen vor einem unscharfen felsigen Hintergrund.
Photo: CC BY-SA 2.

6. Blaufußtölpel

Der Blaufußtölpel ist der Vogel, den sich die meisten vorstellen, wenn sie an Galápagos-Tiere denken. Beim langsamen Balztanz heben die Männchen abwechselnd ihre leuchtenden Füße, oft direkt neben dem Weg. Sie messen 70 bis 90 cm und fangen Fische, indem sie sich kopfüber ins Meer stürzen.

Zwei Blaufußtölpel sitzen zusammen auf einem flechtenbewachsenen Felsen und blicken hinaus auf das offene Meer unter einem blassen, bewölkten Himmel.

Spannende Fakten über Blaufußtölpel:

  • Das Blau der Füße stammt von Carotinoiden, die sie mit frischem Fisch aufnehmen. Je kräftiger die Farbe, desto besser genährt und gesünder ist der Vogel. Hungert er, verblasst die Farbe innerhalb weniger Tage.
  • Stoßen sie bei der Jagd mit hohem Tempo ins Wasser, dämpfen Luftsäcke im Schädel den Aufprall. Ihre Nasenlöcher sind verschlossen, deshalb atmen sie durch die Schnabelwinkel.
  • Auf den Inseln leben 3 Tölpelarten: Blaufuß-, Nazca- und Rotfußtölpel. Der Rotfußtölpel ist am zahlreichsten, nistet aber auf den äußeren Inseln in Bäumen und ist daher schwerer zu sehen.

Wo du sie findest: North Seymour, die Lavafelsen oberhalb von Los Túneles und die Felsen in der Bucht von Puerto Villamil. Rotfußtölpel siehst du auf Genovesa.

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Mehrere Blaufußtölpel, zu den bekanntesten Tieren der Galapagos-Inseln zählend, stehen auf zerklüftetem Korallengestein neben leuchtend türkisfarbenem Wasser unter klarem Himmel.
Photo: Unsplash

7. Fregattvögel

Von den 5 Fregattvogelarten der Welt leben 2 auf Galápagos: der Prachtfregattvogel und der Bindenfregattvogel. Zur Brutzeit blasen die Männchen einen leuchtend roten Kehlsack wie einen Ballon auf und rufen nach den Weibchen, die über ihnen fliegen.

Spannende Fakten über Fregattvögel:

  • Ihr Gefieder ist nicht wasserdicht, deshalb fangen sie Fische, ohne mit dem Körper das Wasser zu berühren. Ein durchnässter Fregattvogel kann ertrinken.
  • Sie verfolgen auch Tölpel oder andere Seevögel in der Luft und zerren manchmal an deren Schwanzfedern, bis diese ihren Fisch fallen lassen oder hochwürgen. Der Fregattvogel schnappt ihn, bevor er ins Wasser fällt. So kamen sie zu ihrem Spitznamen „Piraten“.
  • Die Küken sind mehr als ein Jahr lang auf ihre Eltern angewiesen, länger als bei fast allen anderen Vögeln. Deshalb legt ein Weibchen nur alle zwei Jahre ein einziges Ei.

Wo du sie findest: North Seymour, wo die Männchen direkt neben dem Pfad balzen, und Genovesa für Bindenfregattvögel.

Ein männlicher Fregattvogel, eines der eindrucksvollsten Tiere der Galapagos-Inseln, präsentiert in Nahaufnahme seinen aufgeblasenen leuchtend roten Kehlsack.

8. Galápagos-Pinguin

Er gehört zu den bekanntesten Tieren der Galápagos-Inseln und ist der einzige Pinguin, der am oder nördlich des Äquators lebt. Er zählt zu den kleinsten Pinguinen der Welt, und der gesamte Bestand umfasst rund 2.000 Vögel. Meeresströmungen bringen kaltes, nährstoffreiches Wasser direkt nach Fernandina und Isabela, wo etwa 95 % von ihnen leben.

Spannende Fakten über den Galápagos-Pinguin:

  • Tagsüber verbringt er viel Zeit im Wasser, das kühler ist als die Luft. An Land hechelt er wie ein Hund und streckt die Flügel ab, um Wärme loszuwerden.
  • Eine feste Brutzeit hat er nicht. Er legt Eier, sobald es reichlich Nahrung gibt, und das kann bis zu zwei- oder dreimal im Jahr passieren. Paare bleiben meist ein Leben lang zusammen.
  • Der El Niño von 1982–83 ließ den Bestand um 77 % schrumpfen, der von 1997–98 um 65 %. Davon hat sich die Art nie ganz erholt. Heute stuft die IUCN sie als stark gefährdet ein.

Wo du sie findest: vom Kajak aus in der Bucht von Puerto Villamil auf Isabela, ab und zu in Los Túneles, beim Schnorcheln an Sombrero Chino und Bartolomé und vom Beiboot aus entlang der Punta Vicente Roca.

Drei Galapagos-Pinguine, eines der seltensten Tiere der Galapagos-Inseln, stehen auf dunklen Lavafelsen neben türkisfarbenem Wasser, im Hintergrund brechende Wellen.

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9. Stutzflügelkormoran

Der Stutzflügelkormoran, auch Galápagos-Kormoran genannt, ist der einzige Kormoran der Welt, der nicht fliegen kann. Ohne Raubtiere an Land hat er die Flugfähigkeit nach und nach verloren. Durchs Meer bewegt er sich stattdessen mit kräftigen Beinen und winzigen, verkümmerten Flügeln. Heute leben schätzungsweise 1.600 erwachsene Tiere, und zwar ausschließlich auf Fernandina und an der Nord- und Westküste von Isabela.

Spannende Fakten über den Stutzflügelkormoran:

  • Seine Augen leuchten in einem intensiven Türkisblau, das sich deutlich vom dunklen Gefieder abhebt.
  • Um ein Weibchen für sich zu gewinnen, bringt ihm das Männchen Geschenke: Algen, Zweige und sogar Fundstücke aus dem Meer wie Kronkorken und Seilreste.
  • Gibt es reichlich Nahrung, überlässt das Weibchen das Küken manchmal dem Männchen, sucht sich einen neuen Partner und baut ein weiteres Nest. So ein Arrangement ist bei Vögeln selten.

Wo du sie findest: nur im äußersten Westen. Bei einer Beibootfahrt entlang der Punta Vicente Roca an der Westküste von Isabela siehst du sie auf den Felsen.

Ein flugunfähiger Kormoran, eines der seltensten Tiere der Galapagos-Inseln, streckt seine kurzen, stummelartigen Flügel zum Trocknen an einem sonnigen Felsenufer aus.
Photo: NOAA Photo Library

10. Galápagos-Albatros

Der Galápagos-Albatros brütet fast ausschließlich auf der Insel Española: 2001 wurden dort mindestens 34.694 erwachsene Tiere gezählt. Paare bleiben ein Leben lang zusammen und erneuern ihre Bindung jedes Jahr mit einem langen Balztanz. Die Art gilt als vom Aussterben bedroht, vor allem weil so viele an Fischerleinen hängen bleiben.

Spannende Fakten über den Galápagos-Albatros:

  • Er ist der einzige Albatros, der vollständig in den Tropen brütet. Fast alle anderen Arten leben in den kalten Meeren des Südens oder im Nordpazifik.
  • An Land ist er schwer und tollpatschig. Zum Start watschelt er an den Rand der Klippen an der Punta Suárez und wirft sich in den Wind, der als natürliche „Startbahn“ dient.
  • Etwa im März und April treffen sie auf Española ein und bleiben bis Dezember. Zwischen Januar und März sind kaum Albatrosse auf der Insel. Jungvögel verbringen mehrere Jahre auf dem Meer, ohne Land zu berühren, bevor sie zum Brüten in die Kolonie zurückkehren.

Wo du sie findest: In der Saison an der Punta Suárez auf Española, zusammen mit Española-Spottdrosseln, Meerechsen und Lavaechsen.

Ein Wellenalbatros, eines der Tiere der Galapagos-Inseln, die auf Española vorkommen, gleitet knapp über brechende türkisfarbene Wellen nahe dunklen Lavaklippen.

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11. Darwinfinken

Auf den Inseln leben mehr als ein Dutzend Arten von Darwinfinken, jede etwa so groß wie ein Spatz. Sie gehören zu den häufigsten Galápagos-Vögeln, und ihre Schnäbel haben sich an jede Art von Nahrung angepasst, von Samen, Blättern und Blüten bis zu Insekten und Blut. Zusammen besetzen sie ökologische Nischen, die auf dem Kontinent 7 verschiedene Familien ausfüllen.

Spannende Fakten über Darwinfinken:

  • Alle Arten stammen von einem einzigen Vorfahren ab, einem grasfinkenähnlichen Vogel aus der Familie der Tangaren, der vor etwa 2 bis 3 Millionen Jahren vom Festland nach Galápagos kam.
  • Darwin sammelte 1835 Exemplare, merkte aber nicht einmal, dass die Vögel verwandt waren, und notierte nur lückenhaft, von welcher Insel welcher stammte. Erst der Ornithologe John Gould in London erkannte die Gruppe. 1973 begannen die britischen Biologen Peter und Rosemary Grant, sie zu erforschen.
  • Die Männchen lernen ihren Gesang vom Vater, und die Weibchen wählen ihre Partner nach dem Gesang der eigenen Art. So bleiben die Arten getrennt.

Wo du sie findest: Los Gemelos und Cerro Mesa im Hochland von Santa Cruz, das Schildkrötenreservat Manzanillo und das Küstengebüsch der Bahía Borrero.

Ein kleiner schwarzer Grundfink, einer der berühmten Darwinfinken der Galapagos-Inseln, sitzt auf einem dünnen Zweig im grünen Laub des Hochlands.
Photo: Andrew Katsis

12. Galápagos-Flamingo

Auf den Inseln leben nur etwa 320 bis 350 Vögel. Anderswo brauchen Flamingos riesige Schwärme, um zu brüten. Hier reichen ein paar Paare. Das Rosa ihres Gefieders stammt vom Betacarotin der Salinenkrebse, die sie aus den salzigen Lagunen nahe dem Meer filtern.

Spannende Fakten über den Galápagos-Flamingo:

  • Der Galápagos-Flamingo ist eigentlich der Kubaflamingo, also dieselbe Art wie in der Karibik, im Norden Südamerikas und in Mexiko. Studien deuten darauf hin, dass die Population der Galápagos-Inseln isoliert ist und sich genetisch leicht unterscheidet; zudem sind die Vögel etwas kleiner. Als eigene Art gilt sie aber nicht.
  • Die Küken schlüpfen blassgrau und werden erst mit der Zeit rosa, wenn sich die Farbstoffe einlagern. Auch die „Milch“, die Männchen und Weibchen im oberen Verdauungstrakt bilden, ist rötlich.
  • Sie sind scheu und verlassen bei Störungen mitunter ihre Nester. An den Besucherstellen gilt deshalb: Abstand halten und leise sein.

Wo du sie findest: in den Lagunen der Feuchtgebiete von Isabela bei Puerto Villamil und manchmal in der Lagune hinter dem Strand von Garrapatero auf Santa Cruz.

Ein Schwarm rosafarbener Flamingos, zu den farbenprächtigsten Tieren der Galapagos-Inseln zählend, watet und sucht Nahrung in einer flachen Lagune vor Mangroven.

13. Grüne Meeresschildkröte

Die häufigste Meeresschildkröte auf Galápagos ist die Ostpazifische Grüne Meeresschildkröte, die du bei Schnorcheltouren entdecken kannst. Die Weibchen legen ihre Eier an mehr als 100 Stränden des Archipels ab, der damit ein wichtiges Nistgebiet ist. Allein an der Quinta Playa im Süden von Isabela entstehen jedes Jahr 2.000 bis 3.000 Nester.

Spannende Fakten über Grüne Meeresschildkröten auf den Galápagos-Inseln:

  • Im Vergleich zu Grünen Meeresschildkröten anderer Ozeane hat die ostpazifische Form einen dunkleren, fast schwarzen Panzer und ist meist kleiner. Ob sie eine Unterart, eine eigene Population oder nur eine Variante ist, diskutiert die Wissenschaft bis heute.
  • Schlüpflinge und Jungtiere sind Allesfresser und fressen kleine Tiere und Pflanzen. Erwachsene ernähren sich pflanzlich, vor allem von Algen und Mangrovenblättern.
  • Die Eiablage findet vor allem von Dezember bis Juni statt, mit dem Höhepunkt in den ersten Monaten des Jahres. Paarungen sieht man meist zwischen November und Januar auf dem Meer.

Wo du sie findest: Bahía Borrero auf Santa Cruz, Los Túneles auf Isabela, Kicker Rock vor San Cristóbal und das ruhige Wasser der Playa Mansa in der Tortuga Bay, am besten vom Kajak aus.

Von oben gesehen schwimmt eine grüne Meeresschildkröte, eines der Tiere der Galapagos-Inseln, die man vom Kajak aus beobachten kann, durch klares türkisfarbenes Wasser über einem sandigen Meeresboden.

14. Bogenstirn-Hammerhai

Schulen von Bogenstirn-Hammerhaien sind der Grund, warum viele Taucher auf die Inseln kommen. Auf Galápagos sammeln sich diese Haie an tiefen Steilwänden in Gruppen von bis zu 400 Tieren. Nach starken Rückgängen durch Überfischung stuft die IUCN die Art als vom Aussterben bedroht ein.

Spannende Fakten über Bogenstirn-Hammerhaie:

  • Der hammerförmige Kopf erweitert ihr Sichtfeld, bietet Platz für mehr Lorenzinische Ampullen (Poren, die die elektrischen Felder von im Sand versteckter Beute wahrnehmen) und hilft beim Auftrieb und Manövrieren im Wasser.
  • Die Weibchen bringen voll entwickelte Junge zur Welt. Ein Wurf kann mehr als 20 bis 30 Tiere umfassen. Ihre ersten Jahre verbringen die Jungen in flachen, geschützten Gewässern, fern von den erwachsenen Tieren.
  • Bei Darwin und Wolf gleiten die Haie langsam durch „Putzerstationen“, an denen Fische wie der Barberfisch und der Königs-Kaiserfisch ihnen Parasiten von der Haut fressen. Genau dort sehen Taucher sie meist aus nächster Nähe.

Wo du sie findest: Wolf und Darwin, die beiden nördlichen Inseln, die nur mit Tauchsafarischiffen erreichbar sind. Schnorchler am Kicker Rock entdecken manchmal einen tief unter sich.

Ein großer Schwarm Bogenstirn-Hammerhaie, zu den beeindruckendsten Tieren der Galapagos-Inseln zählend, zieht gemeinsam durch das offene blaue Wasser.

15. Walhai

In den kühleren Monaten zieht der größte Fisch der Erde an der Insel Darwin vorbei. Eine Studie der Charles-Darwin-Forschungsstation dokumentierte dort von 2011 bis 2013 82 Walhaie. Bemerkenswert: 91,5 % davon waren ausgewachsene Weibchen mit einer durchschnittlichen Länge von 11,35 m, und fast alle zeigten Anzeichen einer Trächtigkeit. Heute stuft die IUCN die Art als stark gefährdet ein.

Spannende Fakten über den Walhai auf den Galápagos-Inseln:

  • Wo die Weibchen, die an Galápagos vorbeiziehen, ihre Jungen zur Welt bringen, weiß niemand genau. Forscher vermuten, dass der Archipel ein Zwischenstopp auf einer Wanderroute in den offenen Ozean ist.
  • Jeder Walhai hat ein einzigartiges Fleckenmuster, wie einen Fingerabdruck. Anhand von Fotos der Taucher identifizieren und verfolgen Wissenschaftler jedes einzelne Tier.
  • Auf Galápagos gilt die Zeit von Juni bis November als Walhai-Saison, die besten Chancen hast du von August bis Oktober.
Ein gewaltiger, gefleckter Walhai, eines der größten Tiere der Galapagos-Inseln, gleitet an einem Taucher vorbei, der im tiefblauen Wasser eine Luftblasenspur hinterlässt.

Wo du sie findest: Darwin und Wolf, auf einer Tauchsafari. Walhai und Bogenstirn-Hammerhai teilen sich dieselben Gewässer.

👉 Entdecke das Abenteuer: Galápagos-Tauchsafari: 7 Nächte an Wolf und Darwin

Weitere Tiere der Galápagos-Inseln, nach denen du Ausschau halten kannst

  • Lavaechsen: Von diesen kleinen Galápagos-Echsen gibt es 7 Arten. Bei Gefahr wechseln sie die Farbe und können zur Flucht ihren Schwanz abwerfen. Halte auf dem Weg zur Tortuga Bay und auf Santa Fe nach ihnen Ausschau.
  • Spottdrosseln: 4 endemische Arten, oft die ersten Tiere, die dich bei der Landung begrüßen. Die Española-Spottdrossel lebt nur auf der Insel Española.
  • Sumpfohreule und Rubintyrann: Beide kannst du bei der Wanderung auf den Vulkan Sierra Negra auf Isabela entdecken.
  • Delfine: Große Tümmler und Gemeine Delfine sieht man am häufigsten, zum Beispiel bei der Bootsüberfahrt zwischen Santa Cruz und Isabela.
  • Mola mola: der Mondfisch, den Taucher vor der Punta Vicente Roca sehen.
Eine Lavaechse mit gestreiftem Körper sonnt sich auf einem Felsen in einer trockenen, steinigen Landschaft – eines von mehreren Tieren der Galapagos-Inseln im Gebüsch.
Photo: Diego Delso

Landtour, Kreuzfahrt oder Tauchschiff: Welche Galápagos-Fauna du auf welcher Reise siehst

Welche Tiere du siehst, hängt davon ab, wo du übernachtest. Von Hotels auf Santa Cruz, Isabela und San Cristóbal aus erreichst du auf einer Reise an Land die Riesenschildkröten, Seelöwen, Meerechsen, Pinguine, Flamingos und Meeresschildkröten. Mit Tagesbooten kommen North Seymour, Bartolomé, Santa Fe oder South Plaza dazu.

Eine Yachtkreuzfahrt fährt nachts zu den äußeren Inseln: nach Genovesa für Rotfußtölpel und Seebären und nach Española für den Galápagos-Albatros. Nur mit einem Tauchsafarischiff kommst du nach Wolf und Darwin und in die westlichen Gewässer des Stutzflügelkormorans.

Auf unseren Reisen begleitet dich ein vom Galápagos-Nationalpark zugelassener Naturführer. Der Eintritt in den Park kostet 200 US$ pro Person und wird bei der Ankunft in bar bezahlt.

Ein weißer Katamaran liegt bei blauem Himmel vor Anker im ruhigen türkisfarbenen Wasser nahe einer felsigen, kakteenbewachsenen Galapagos-Küste.

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Du hast jetzt so viele unglaubliche Arten kennengelernt, die auf den Galápagos-Inseln leben. Wie wäre es, sie mit eigenen Augen zu sehen?

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